Senner / Sennerin
Andere Bezeichnung(en):
Viehhüter*in
Weiterbildung & Karriere
Auch Senner*innen sollten beruflich immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung bleiben und ihr Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend ergänzen und vertiefen.
Weiterbildungsmöglichkeiten bieten unter anderem das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) https://www.lfi.at in den einzelnen Bundesländern an. Auch Bauern- und Bäuerinnenschulen an den Landwirtschaftlichen Fachschulen ermöglichen eine kompakte landwirtschaftliche Fachausbildung für Erwachsene.
Im Bereich der Land- und Forstwirtschaft führen außerdem die Landwirtschaftskammern und die Landarbeiterkammern gemeinsam mit den Ländlichen Fortbildungsinstituten (LFI) Kurse und Lehrgänge für die einzelnen Betriebszweige durch. Darüber hinaus gibt es teilweise in manchen Bereichen auch berufsspezifische Verbände, die gemeinsame Weiterbildungen organisieren und anbieten.
Weiterbildungseinrichtungen wie das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten zahlreiche berufsübergreifende Weiterbildungsmöglichkeiten, die für landwirtschaftliche Berufe relevant sein können an, beispielsweise zu kaufmännischen Themen wie z. B. Buchhaltung, Kostenrechnung, aber auch zu Tourismuswirtschaft. Siehe die aktuellen Kursbücher des Berufsförderungsinstitutes (BFI) sowie des Wirtschaftsförderungsinstitutes (WIFI).
Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten außerdem facheinschlägige Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge an berufsbildenden höheren Schulen (Höhere Landwirtschaftliche Lehranstalten). Mit dem Abschluss eines Aufbaulehrganges ist neben einer höheren Fachqualifikation außerdem die Matura verbunden, die ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten ermöglicht (z.B. Agrartechnik, Ökologie).
Studium ohne Matura:
Für ein Studium an einer Fachhochschule, Universität oder Pädagogischen Hochschulen ist normalerweise die Matura einer Allgemeinbildenden (AHS) oder Berufsbildenden Höheren Schule (BHS) erforderlich.
Es bestehen aber auch andere Zugangsmöglichkeiten:
- Berufsreifeprüfung (Lehre mit Matura): Die Berufsreifeprüfung, die du bereits während deiner Lehrzeit beginnen kannst, ist eine vollwertige Matura, mit der du uneingeschränkten Zugang zum Studium hast.
- Studienberechtigungsprüfung: Die Studienberechtigungsprüfung kannst du vor Beginn eines Studiums ablegen. Sie ermöglicht den Zugang zu einem bestimmten Studium.
- ohne Matura mit Berufsausbildung und Berufserfahrung: Fachhochschulen bieten außerdem meist die Möglichkeit mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung (insb. Lehre oder Berufsbildender Mittlerer Schule (BMS)) und mehrjähriger Berufserfahrung auch ohne Matura ein facheinschlägiges (d. h. mit der Berufsausbildung fachlich verwandtes) Bachelorstudien zu beginnen. Meist müssen dazu einzelne Zusatzprüfungen absolviert werden.
Wichtige Weiterbildungsthemen für Senner*innen sind beispielsweise:
Fachkompetenzen
- Nutztierhaltung
- Landwirtschaft
- Milchverarbeitung - Bioprodukte
- Käseherstellung
- Alpin-Tourismus
- ökologische, nachhaltige Almwirtschaft
- almwirtschaftliche Maschinen und Spezialgeräte
- Buchhaltung und Dokumentation
- Führerscheine für landwirtschaftliche Spezialfahrzeuge
- Lagerwirtschaft, Lagerlogistik
- Verkauf und Vertrieb, Direktvertrieb
- Natur- und Umweltschutz, Ressourcenmanagement
Methodenkompetenzen
- Arbeits- und Betriebssicherheit
- Unfallverhütung, Erste Hilfe
- Qualitätssicherung, Qualitätskontrolle
- Termin- und Zeitmanagement
- Team-, Mitarbeiter*innenführung
Sozialkompetenzen
- Kommunikationsfähigkeit
- Kund*innen/Serviceorientierung
- Teamfähigkeit
Nach mehrjähriger beruflicher Erfahrung und Zusatzqualifikationen können Senner*innen zu Betriebsleiter*innen eines landwirtschaftlichen Betriebes aufsteigen und führen als solche je nach Größe des Betriebs Mitarbeiter*innen.
Neben einem hierarchischen Aufstieg im Unternehmen ist in diesem Beruf auch eine Weiterentwicklung und Karriere durch fachliche Spezialisierung beispielsweise auf bestimmte almwirtschaftliche Bereiche oder Regionen und damit eine Fachkarriere und Entwicklung in eine Expert*innenrolle möglich.